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Ohne Kirche konnten sie nicht leben
WinterДата: Четверг, 03.09.2009, 14:33 | Сообщение # 1
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Ohne Kirche konnten sie nicht leben

Oratorianer retteten über 50 Wolgadeutsche vor der Deportation

Leipzig – Die Feiern zum 100- jährigen Bestehen der Gemeinde Leipzig-Lindenau boten kürzlich Anlass, sich an abenteuerliche Ereignisse zu erinnern, die bereits 55 Jahre zurückliegen, das Leben vieler Menschen aber bis heute nachhaltig geprägt haben.

Großzschocher, 13. September 1949: russische Besatzungskräfte laden eine kinderreiche wolgadeutsche Siedlerfamilie samt Hab und Gut auf Lastwagen und zwingen sie, ins Ungewisse mitzufahren. Nach Sibirien sollte es gehen. Dabei waren die Familien erst einige Jahre zuvor infolge von der nationalsozialistischen Heim-ins-Reich- Politik aus Russland nach Deutschland gekommen und hatten in Großzschocher mühevoll begonnen, sich ein neues Leben aufzubauen. Nicht einmal die Ernte auf ihren Feldern dürfen sie jetzt noch einbringen.

Die verbliebenen großzschocherschen Wolgadeutschen begreifen den Ernst der Lage und suchen den Schutz der Oratorianer in Leipzig-Lindenau, ihre geistlichen Betreuer. "Alle noch nicht erfassten Wolgadeutschen stürzten am Tag Hals über Kopf zu uns in die Kirche, völlig verstört und in Tränen aufgelöst", notiert Kaplan Josef Gülden in einem Zeitzeugenbericht. Die Kapläne Joseph Jammers, Josef Gülden und Hans Lubsczyk organisieren zusammen mit Helfern aus dem Noviziat und der Gemeinde die Flucht von rund acht abreisebereiten Familien nach Westberlin. Eine großzschochersche Siedlerfamilie muss wegen der ansteckenden Krankheit ihres Kindes an Ort und Stelle bleiben, eine andere wird auseinandergerissen, weil sich nicht alle Familienangehörigen rechtzeitig zur Flucht durchringen können.

Die Flüchtlinge, darunter auch kleine Kinder und alte Leute, erreichen in kleinen Gruppen nach abenteuerlicher Fahrt die vorbereiteten Berliner Aufnahmestellen. Die Novizen Wolfgang Trilling, Siegfried Hübner und Franz-Peter Sonntag sowie der Jugendreferent Günther Birken begleiten jeweils eine der Gruppen. Ganz knapp waren sie immer wieder den strengen Polizeikontrollen entkommen.

Kaplan Jammers entscheidet sich, im Westen zu bleiben und nimmt die ganze Schuld auf sich. In Leipzig verfolgen Polizei und Geheimdienst seinen vermeintlich harmloseren, kranken Kaplanskollegen Josef Gülden und nehmen ihn zum Verhör mit. Da berichtet er von den Gründen der Flucht und zeichnet dies später auch in seinem Tagebuch auf: "Die über 100 großzschocherschen Wolgadeutschen sind gläubige Katholiken und befürchten, dass es in Russland keine katholische Kirche mehr gäbe; sie aber können ohne Kirche nicht leben." Um seinem festgehaltenen Glaubensbruder zu helfen, stellt sich Kaplan Lubsczyk freiwillig zum Verhör. Da kommt die unverhoffte Wende: Die russischen Offiziere erklären Kaplan Jammers in Abwesenheit zum einzigen Schuldigen an der Flucht der Wolgadeutschen. Die beiden anderen Kapläne danken Gott für das Urteil, das ihnen die Freiheit zurückgibt.Traurig sind die Oratorianer und ihre Gemeinde nur über den endültigen Abschied von Joseph Jammers und von Günther Birken, der ebenfalls aus Sicherheitsgründen nicht in die DDR zurückkehren kann.

Die beiden halfen den geflüchteten Wolgadeutschen auch, in Westdeutschland eine neue Existenz aufzubauen. Noch im Jahr der Flucht stellte ihnen Fürst Fürstenberg von Donaueschingen Land im baden-württembergischen Kreis Stockach zur Verfügung. In dem teilweise bewaldeten Gebiet konnten sich acht russlanddeutschen Familien ansiedeln.

Die noch lebenden Flüchtlinge und ihre Nachkommen sind dort immer noch zu Hause, weiß Günther Birken, der seit vielen Jahren in Mönchengladbach lebt, selbst mit einer Wolgadeutschen verheiratet ist und die anderen ab und zu trifft.

Kaplan Jammers schloss sich den Oriatorianern in Dortmund an, später wurde er Leiter eines bischöflichen Gymnasiums in München, 1987 starb er. Zeit seines Lebens hielt er den Kontakt zu den in seine Obhut geratenen Opfern zwei erbarmungsloser Regimes. Das schwere Los der deportierten oder geflüchteten Wolgadeutschen hatte ihn offensichtlich angerührt.

Diana Campean http://www.tag-des-herrn.de

 
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